Rede von Urusla Salathé am 11.9.2023 Mischeli-Kirche, Reinach im Rahmen von ‘Sakrale Zeiten’
 
Liebe Anwesende
Vielleicht werden Sie sich wundern, dass ich als Malerin ein Bild für die Mischeli Kirche gestaltet habe. Dazu einige Erklärungen: Die Basler Künstlergesellschaft, der Ich seit Jahren angehöre, beschäftigt sich nach den mühsamen Coronazeiten mit dem Thema Sakrale Zeiten?: Also habe ich für meine Kirche eine Arbeit gemacht. Dieses Bild ist kein Einzelwerk ... schon sehr lange beschäftige ich mich mit der Problematik von Natur und Architektur. 
Aufgewachsen in einem sehr grossen Garten, am Wald, wurde ich im Jahr 1966 Nach Reinach verschlagen. ----ein ländliches Reinach.: Vor unserem Haus ein Maisfeld, dahinter eine Baumschule, --in Sichtweite die schöne Gärtnerei Schär mit ihren Gewächshäusern-die Mischelistrasse --- ein ungeteerter Feldweg mit Bäumen. Jahr für Jahr hat sich dieses Bild verändert---nicht nur in Reinach auch in der ganzen Umgebung wurde die Natur zurückgedrängt. 
Mit Zeichenstift, Pinsel und Radiernadel habe ich diese, teilweise schmerzhafte Entwicklung festgehalten. Ein Novum waren die Autobahnen, die T18, der Rütihardhof verschwand-auch in der Stadt gab es grosse Veränderungen: Die BIZ wurde gebaut das Postgebäude etc. 
Einerseits bin ich sehr fasziniert von der Architektur (wäre vielleicht heute Architektin geworden) anderseits macht mir der Verlust der natürlichen Landschaft grosse Sorgen. 
In Reinach erleben wir beinahe täglich wie unter dem Motto: Verdichtetes Bauen Grünflächen verschwinden. Der Kanton Baselland hat im Unterschied zu Baselstadt immer noch kein Baumschutzgesetz, so findet eine Verhäuselung statt: Wohnen in der Dichte. 
Ich möchte Ihnen 2 Zahlen zu Bedenken geben. Zur Zeit findet im Architektur Museum Basel eine Ausstellung mit dem Titel: DIE S CHWEIZ: EIN ABRISS statt. Sie zeigt auf: Pro Sekunde fallen in der Schweiz momentan 55o kg Bauschutt an, Bauschutt, der entsorgt werden muss. Pro Sekunde wird in der Schweiz 0.5 m2 Land verbaut. Was sind das für Zukunftsperspektiven?Und nun zurück zu meinem Bild: Bewahrung der Schöpfung: Eine weisse Rose, Pfingstrose, beschützt durch die Mauern einer Kirche.
 Auch sie müssen sich engagieren, vermehrt engagieren nach Aussen hin, in Gesellschaft und Politik für unsere Kinder und Kindeskinder zur Erhaltung einer lebenswerten Umwelt, zur Bewahrung der Schöpfung. 
Zum Abschluss ein kleines Gedicht: ab und zu schreibe ich auch gleichzeitig zur Malerei: 
 

Horizonte

Horizonte, dahinter Horizonte

Und hinter den Horizonten-hört dort die Weite auf?

Geht sie weiter-immer weiter?

Oder beginnt dort eine neue Enge, gibt es Menschen in jeder Menge? Häuser, dicht gedrängt mit Fabriken vermengt

Weite-Leere, bleiben uns nur noch Himmel und Meere?

 

Ursula Salathé

Für mich sollen Bilder etwas mit der Zeit zu tun haben, in der sie entstanden sind. Eine geplante Landschaft kann durchaus seine Schönheit haben. Ich versuche die Spannung zwischen Natur und Technik im positiven Sinn aufzuzeigen, dabei ist die Bedeutung von Freiräumen sehr wichtig.
«Neben dem Malen entstehen Zeichnungen kleine fast tägliche Notationen in Notizbuch oder lineare Verläufe auf sehr grossen Papieren. Ursula Salathé ist primär Zeichnerin. Auch unter ihren Acrylkompositionen liegen Linienordnungen wie Skelette, Striche setzen die Malfläche in dynamischen Schwung. Das Arbeitsinstrument ist Kohle, ein Naturmaterial, das sperrig bleibt und doch jedem Druck expressiv nachgibt.» (Annemarie Monteil, Katalog 2001).